Für dieses Orchester ist keine Herausforderung zu groß

Das Städtische Blasorchester spielt, der Chor singt – so wurde im Evangelischen Gemeindehaus Tuttlingen geprobt. (Foto: Simon Schneider )

Wenn sich rund 140 Musikerinnen und Musiker auf einer Bühne versammeln, ist das nicht nur ein organisatorischer Kraftakt – es ist vor allem ein musikalisches Versprechen. Am Samstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr soll dieses Versprechen in der Tuttlinger Stadthalle eingelöst werden: Die Chorgemeinschaft Tuttlingen mit ihren Chören „Wireless!“ und „Cantutti“ und das Städtische Blasorchester laden zum Gemeinschaftskonzert „Winds & Voices“ ein.

Unter dem Motto „The Sound of Games & Movies“ soll es stimm- und soundgewaltig zugehen – und dafür ist einiges an Vorbereitung nötig. Am vergangenen Wochenende wurde im evangelischen Gemeindehaus intensiv geprobt. Dabei standen zunächst Register- und Teilproben auf dem Programm: Der Chor arbeitete separat, das Orchester ebenfalls, einzelne Instrumentengruppen vertieften ihre Stimmen. Höhepunkt war schließlich die erste große Gesamtprobe – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Konzert.

Alles im Griff: Dirigent David Krause. (Foto: Simon Schneider )

Die musikalische Leitung für das Konzert liegt in den Händen von Dirigent David Krause, zusammen mit den Chorleitern Ulrike Groß und Alexander Schirmer. „Solche Sonderprojekte sind uns wichtig“, sagt Krause, der vor drei Jahren schon etwas Ähnliches gestemmt hat: ein gemeinsames Konzert der Blasorchester Tuttlingen und Singen zur Musik von John Williams. Im Sommer 2023 gab es große Auftritte in der Stadthalle und auf dem Hohentwiel

Seit zwei Jahren an Idee gearbeitet

„Wir wollen unseren Musikern etwas Besonderes bieten und gleichzeitig das Publikum begeistern“, so Krause. Die Idee zu diesem Konzert sei nicht ganz neu, sie habe sich über die vergangenen zwei Jahre konkretisiert und weiterentwickelt.

Das Programm folgt dabei einem klaren Konzept. Krause setzt bewusst auf bekannte und publikumswirksame Stücke aus Filmen und Spielen. „Unser Ziel war es, Stücke auszuwählen, die das Publikum ansprechen und bei denen durch das Zusammenspiel von Chor und Orchester etwas Größeres entsteht – mehr als die Summe der einzelnen Teile“, erklärt er. Während Chor und Orchester für sich genommen bereits eindrucksvoll klingen, entfalte sich in der Kombination eine zusätzliche klangliche Dimension.

Die Auswahl der Stücke gestaltete sich schwierig. Gerade für die Besetzung aus Chor und Blasorchester gibt es vergleichsweise wenige fertige Noten. Deshalb griff Krause selbst zur Feder, schrieb die Noten teilweise selbst, passte die Lieder an oder erstellte eigene Bearbeitungen, um ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen.

Das Publikum dürfe sich auf eine musikalische Reise durch verschiedene Epochen freuen, sagt er. Im ersten Teil stehen unter anderem klassische Filmmusiken auf dem Programm, darunter Werke von Ennio Morricone mit seinen Italo-Western sowie Kompositionen von John Williams, einem der bekanntesten Filmmusikkomponisten. Nach der Pause wird es moderner: Dann rückt auch Musik aus aktuellen Filmen und Games mit „fetzigerer Musik“ in den Mittelpunkt – für den Unterhaltungsfaktor, wie Krause sagt.

Erfahrung hilft bei der Bühnen-Anordnung

Doch passen so viele Musiker überhaupt auf die Bühne in der Tuttlinger Stadthalle? Da hilft die Erfahrung aus dem Großprojekt mit den Singenern 2023, auch wenn die Verteilung diesmal etwas anders ist: Etwa die Hälfte der Musiker gehören zum SBO, die andere Hälfte wird singen. Beim Auftritt soll das Orchester weiter vorn auf der Bühne sitzen, der Chor wird sich gestuft hinter dem Orchester aufstellen, die Solisten wiederum ganz vorne.

Auf klassische Klang-Elemente verzichtet das Orchester. Geplant sind dafür zusätzliche Mikrofone, um den Chor zu verstärken und ein ausgewogenes Klangbild zu gewährleisten. Ziel sei es, nicht nur nebeneinander, sondern miteinander einen harmonischen Gesamtklang zu vereinen, so die Organisatoren.

Die Probenarbeit erfordert dabei nicht nur musikalisches Können, sondern auch intensive Abstimmung. „Wichtig ist, dass es im Vorfeld gute Absprachen gibt und alle in die gleiche Richtung arbeiten“, betont Krause. Gerade die Kommunikation zwischen den Chorleitern und ihm sei entscheidend, damit sich am Ende alles nahtlos zusammenfügt. Gemeinsame Proben sind bislang noch selten, werden aber in den Wochen vor dem Konzert intensiviert. Den Abschluss bildet die Generalprobe am 1. Mai – direkt in der Stadthalle.

Die Stimmung ist gut, Restkarten noch zu haben

Trotz der intensiven Vorbereitung ist die Stimmung unter den Beteiligten durchweg positiv. Die Motivation unter den Musikern sei hoch, auch wenn vereinzelt Krankheitsfälle die Probenarbeit erschweren. „Einige kommen trotzdem, hören zu oder singen leise mit – das zeigt, wie groß das Engagement ist“, berichtet Krause.

Auch das Interesse des Publikums ist enorm: Das Konzert mit rund 700 Plätzen ist nahezu ausverkauft, nur noch wenige Restkarten sind erhältlich. Krause ist zuversichtlich, dass die Besucher von „Wind & Voices“ nicht enttäuscht sein werden: „Wir setzen ganz bewusst auf die Musik selbst. Und die spricht für sich.“

Quellennachweis:
Der Originalbeitrag wurde am 27.03.2026  im Gränzbote veröffentlicht.

https://www.schwaebische.de/regional/tuttlingen/tuttlingen/fuer-dieses-orchester-ist-keine-herausforderung-zu-gross-4456661